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Schamrock-Festival 2016 - Presse



 

Süddeutsche Zeitung, 27. Oktober 2016

Versschmugglerinnen
Lyrik Beim dritten Schamrock-Festival reimen sich 50 Dichterinnen aus aller Frauen Länder die Welt neu zusammen –
darunter die legendäre New Yorker Spoken-Word-Performerin Lydia Lunch

Man könnte diese Zeilen als Motto nehmen: „kommst Schaust / winkst kommst noch / mal schaust nochmal“ beginnt ein Gedicht von Augusta Laar, eines der schönsten ihres neuen Bandes „Summt dem Fall“. Eigentlich bezieht es sich auf den Abschied von jemandem, der mit dem Flugzeug wegfliegt, aber könnte es nicht auch eine Aufforderung sein? Eine Aufforderung, beim Schamrock-Festival in der Pasinger Fabrik vorbeizuschauen, und das nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals an den insgesamt drei Festival-Tagen?

Die Münchner Lyrikerin Augusta Laar hat nämlich noch eine Art Zweitberuf, der immermehr Raum einnimmt: Sie ist Gründerin und Hauptorganisatorin des weltweit einzigen internationalen Festivals für Dichterinnen, das immer größer wird. Zum dritten Mal reisen in diesem Jahr Gäste aus aller Frauen Länder an, so viele wie noch nie: 50 Lyrikerinnen haben zugesagt; es wird zwischen dem 28. und 30. Oktober Schwerpunkte zu Griechenland, Lettland, Indien und Indonesien geben. Zudem hat sich das Goethe-Institut angedockt mit dem Projekt „Poets Translating Poets – Versschmuggel aus Südasien“, bei dem deutsche Lyrikerinnen wie Ulrike Draesner mit indischen Kolleginnen wie Aruna Dhere an Übersetzungen gearbeitet haben.

Auch die junge Münchner Szene ist dabei und steuert ein Spezial der „drei lyrischen Ichs“ bei. Und die gute Vernetzung Laars reicht bis New York: Die legendäre Musikerin und Spoken-Word-Performerin Lydia Lunch hat sich für den 28. Oktober angesagt. Tags darauf wird die renommierte Klangkünstlerin Limpe Fuchs mit einer Performance den Abend beschließen – die Grenzüberschreitungen hin zu anderen Künsten, insbesondere der Musik, sind Programm. Wer sich für Lyrik in all ihren Spielarten interessiert, wer offen ist für bekannte und unbekannte Stimmen aus nahen und sehr fernen Kulturkreisen, ist in Pasing also genau am richtigen Ort. Kann kommen, schauen, noch mal kommen, noch mal schauen und darf zum Abschied sicher auch gerne in die Lyrikerinnen-Runde winken.

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