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Münchner Merkur, 21. 10. 2016
Vorgeschmack aufs Schamrock-Festival

Dichterinnen aus den diesjährigen Schwerpunktländern lesen in der Kraillinger Gemeindebücherei Das Schamrock-Festival der Dichterinnen findet heuer zum dritten Mal statt, diesmal für drei Tage in der Pasinger Fabrik München (28. bis 30. Oktober) und für einen Tag in Wien (21. Oktober). Die Künstlerin Augusta Laar aus Krailling hatte 2009 den gleichnamigen Salon der Dichterinnen gegründet, 2012 ging daraus das erste Festival von und für Lyrikerinnen hervor. Eine „Festival Preview Veranstaltung“ fand jetzt in der Kraillinger Bibliothek statt. Zum Auftakt lasen Dichterinnen aus den diesjährigen Schwerpunktländern Indien, Griechenland und Lettland, gemeinsam mit ihrer Gastgeberin. Musikalische Interventionen bot die Lettin Inguna Rubene auf Flöte und Fagott.

Bürgermeisterin Christine Borst begrüßte die Gäste der Lesung. „Mein Herz weitet sich bei kulturellen Veranstaltungen dieser Art in Krailling“, sagte sie und erinnerte an ihre berufliche Vergangenheit vor dem Bürgermeisteramt als Leiterin eines Kulturbüros. 1 Frauenförderung sei auch ihr Thema. Bei der Förderung von Frauen in der Poesie ist Augusta Laar ein Stück weiter gekommen: „Diesmal kommen 50 Dichterinnen und Musikerinnen aus 18 Ländern zum Festival“, erklärt sie. Das sei bisher die größte Veranstaltung ihrer Art.

50 Dichterinnen und Musikerinnen aus 18 Ländern sorgen für Teilnehmerrekord

Rati Saxena aus Indien, Georgia Triantafyllidou und Ewa Boura aus Griechenland sowie Liana Langa aus Lettland sind allesamt Stipendiatinnen des Künstlerhauses „Villa Waldberta“ in Feldafing, wo sie während des Festivals eine „Heimat auf Zeit“ gefunden haben. Die Frauen lesen ihre poetischen Texte, teils in ihrer Landessprache, Augusta Laar ist bei der Übersetzung ins Englische oder Deutsche behilflich.

Rati Saxena zum Beispiel ist Dichterin, Übersetzerin und Sanskrit-Gelehrte aus Kerala. Als Direktorin betreut sie das internationale Poetry Festival in Indien. Saxena hat bisher elf Gedichtbände veröffentlicht und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Naji Naaman's Literary Prize 2016. Sie trägt ihre Gedichte auf Hindi vor: Zum Teil flüsternd und mit beschwörendem Rhythmus zieht sie ihr deutschsprachiges Publikum in den Bann. Bei der Ubersetzung wird klar: Ihre Texte stellen die Rolle der Frau und die Situation des Heimatlandes in den Vordergrund. Ihre „Flügel einer Ameise“ klingen wie der traurige Beweis für unterdrückende Erziehungsmethoden: „Wenn die Ameise Flügel bekommt, dann stirbt sie.“ Das sei ein altes indisches Sprichwort, das ihr Vater immer zu ihr gesagt habe, so Saxena. „Warum haben Ameisen dann Flügel“, fragt sie.

Die Lettin Liana Langa aus Riga ist Übersetzerin aus dem Russischen und Englischen. Mit tiefer, durchdringender Stimme liest sie aus ihrem Zyklus „Der Blick“. Dem Charisma ihrer Persönlichkeit und dem ungewöhnlichen Klang ihrer Muttersprache folgt der Zuhörer mit Interesse. Ihre Poesie ist auch in der deutschen Übersetzung faszinierend. Für menschliche Gefühle findet sie neue und ungewöhnlich starke Bilder.

Das 3. Schamrock-Festival der Dichterinnen verspricht internationale Vielfalt, weibliche Sprachgewalt, Networking und Austausch unter Gleichgesinnten.

Alexandra Joepen-Schuster
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