Internationale Poetry-Biennale  -  Filmfestival  -  Salon  -  Netzwerk



Schamrock Dokumentar- und Spielfilm Festival___30. April - 2. Mai 2019


©Ascot Elite Entertainment

Opening: Donnerstag, 30. April - 20.30 Uhr

Anschließend Musik mit dem Temporary soundmuseum

GRACE JONES - BLOODLIGHT AND BAMI

USA 2017, 116 min, Regie: Sophie Fiennes

Sängerin und Model Grace Jones war immer eine Ausnahmeerscheinung. Der Film, den Sophie Fiennes über sie gemacht hat, ist eine Sensation.
(Süddeutsche Zeitung)

Wer sich an die wilden Disco-Partys der 1980er Jahre erinnert, der denkt auch an eine der großen Ikonen dieser Zeit: Grace Jones. Bei ihren extravaganten Auftritten wirkte sie oft wie eine Außerirdische. Sie war glamourös und ihr Temperament gefürchtet.

Regisseurin Sophie Fiennes hat die heute fast 70jährige Jones über mehrere Jahre immer wieder mit der Kamera begleitet. Sie hat ihre spektakuläre Bühnenshow gefilmt, aber auch Privates wie Familienbesuche in Jamaika, wo Jones ihre Wurzeln hat. Doch sie arbeitet keine Biographie auf, sondern ohne Zeitzeugen und Archivmaterial entsteht das ganz gegenwärtige Bild einer faszinierenden Künstlerin.

Offizieller Trailer
SZ- Filmkritik
In Conversation With Sophie Fiennes (Interview)



©Hurricanefilms

Freitag, 31. April - 20.30 Uhr

A QUIET PASSION - EMILY DICKINSON

USA 2017, 125 min, Regie: Terence Davies

“A masterpiece. An exceptional film, with a searing performance from Cynthia Nixon. Outwardly, Dickinson may have seemed prim and self-effacing, but as Davies and Nixon brilliantly show, she was in fact a fiery, passionate figure who questioned every aspect of the patriarchal society in which she lived.”
Geoffrey Macnab, THE INDEPENDENT

“An absolute drop-dead masterwork. One of the rare movies about a writer that convey the sense that the character, as depicted, is capable of artistic creation at a world-historical height of achievement. No filmmaker can create a convincing portrait of an artist without being an artist of comparable imagination. Davies has been, for thirty years, among the world’s best filmmakers. “A Quiet Passion” will take its place as one of his finest creations, as one of the great movies of the time.”
Richard Brody, THE NEW YORKER

“Remarkable. Delicate and thoughtful... a film brimming with the quiet passion of the title, with endless wit, wordplay and wry observation hidden under its bonnet. The talk is pointed and careful in a household that savours the power and meaning of words, but it’s as much the imagery that makes this film such a painterly joy. It’s rare to see a film that makes such subtle sense of an artist’s life and mind.”
Dave Calhoun, TIME OUT LONDON

Official Trailer

 



©THIRTEEN / WNET NEW YORK and CLEAN SOCKS Production

Freitag, 31. April - 22.30 Uhr

PATTY SMITH - DREAM OF LIFE

USA, 2008, 109 min, Regie: Steven Sebring

Patti Smith: Von den Dichtern und Philosophen der 70er Beat-Generation inspiriert, ist sie selbst eine Inspiration für Generationen. Sie stellte die Welt des Rock auf den Kopf. Ihre mit glühender Leidenschaft vorgetragene Punk-Poesie revolutionierte die Rock’n’Roll- Bewegung und wurde zum Vorbild der amerika- nischen und englischen Punk- und New-Wave- Bewegung in den 70er-Jahren.

In seinem Dokumentarfilm zeichnet Steven Sebring das Porträt der legendären Sängerin und Rockpoetin. Dabei fördert er die Facetten einer vielschichtigen und charismatischen Persönlichkeit zutage.

Elf Jahre begleitete der Fotograf Patti Smith, um die Musikerin, Malerin, Fotografin und Beat-Poetin mit seiner 16-mm-Kamera zu porträtieren. Sebring zeigt sie am Strand mit Flea von den Red Hot Chili Peppers, mit Michael Stipe backstage, mit Sam Shepard beim Gitarrenduo, als Mutter, als Friedensaktivistin, auf der Bühne mit ihrem Sohn, auf Reisen und im Garten ihrer Eltern.

Patti Smith, Rock-Ikone und Gallionsfigur der Frauenbewegung, spricht selbst mit unverwechselbar rauchiger Stimme den Off- Kommentar.

 

Trailer



©Kairosfilm

Samstag, 1. Mai - 18 Uhr

PAPUSZA

Polen 2013, 131 min, Regie: Joanna Kos-Krauze, Krzysztof Krauze

PAPUSZA schildert in einer großartigen Erzählung das Leben der Roma-Dichterin Bronisława Wajs (1910-1987), von ihrer Mutter liebevoll „Papusza“ genannt. Bei Papuszas Geburt 1910 in Ostpolen prophezeien ihr die Roma-Frauen, dass „sie allen großen Stolz oder große Scham“ bringen wird.

Als junges Mädchen lernt sie heimlich bei einer jüdischen Buchhändlerin lesen und schreiben und entdeckt die Welt der Poesie. Als sie nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Schriftsteller Jerzy Ficowski trifft, ermutigt sie dieser, ihre Gedichte aufzuschreiben.

Ihre Werke erzählen von ihren Wünschen und Träumen, von der Liebe zur Natur und der Sehnsucht nach dem gemeinschaftlichen Reisen. Jahre später werden ihre Gedichte ins Polnische übersetzt und veröffentlicht. Papusza wird schlagartig berühmt. Doch für den Ruhm zahlt sie einen hohen Preis...

PAPUSZA basiert auf der wahren Lebensgeschichte der ersten Dichterin der polnischen Roma. Die Regisseure Joanna und Krzysztof Krauze drehten einen poetischen, in betörenden Schwarzweiß- Bildern gehaltenen Film, der zugleich ein episches Geschichtspanorama darstellt.

Der Film verfolgt das harte Leben der fahrenden Roma, die Verfolgung vor und nach dem Krieg bis hin zu den Zwangsmaßnahmen zur Sesshaftmachung durch die kommunistische Regierung Polens. Denn die Biografie von Papusza ist eng verknüpft mit der Geschichte und Kultur der Roma in Polen im 20. Jahrhundert.

 

Ausgezeichnet mit 12 internationalen Festivalpreisen

Trailer

 



©Basisfilm

Samstag, 1. Mai - 20.30 Uhr

NO LAND'S SONG

D/F 2014, 91 min, Regie: Ayat Najafi

"A hauntingly beautiful Iranian melody broke the silence in the International Film Center theater in New York on June 12, as director Ayat Najafi’s NO LAND’S SONG opened. It soon became clear why it had won the Nestor Almendros award for courage in filmmaking: candid in its views about the Iranian government’s attitudes toward women, it sears its protagonist’s story into the hearts of viewers with a narrative of artistic resistance, humor, friendship, and, ultimately, triumph in a country notorious for denying women’s rights." (New York Times)

"Es ist dieser Mut und diese Bereitschaft, bis zum Äußersten zu gehen, die in jeder Minute des Films spürbar ist. (...) Dazu erklingen immer wieder wunderschöne Melodien, eine Mischung aus traditionellen Weisen und neuen Kompositionen von Sara und anderen iranischen Künstlerinnen, die in ihrer Kraft und Stärke zu Tränen rühren. Und die zeigen, dass die Musik in ihrer Schönheit ein Geschenk für jeden Menschen ist. Unabhängig von Kultur und Geschlecht." (FBW Wiesbaden)

"NO LAND’S SONG ist ein Dokumentarfilm, der alles mitbringt, was man sich als Zuschauer im Kino wünscht: Eine Story mit klarem Ziel, Höhen und Tiefen, Rückschlägen und Glücks- momenten. Eine sympathische Protagonistin, um die sich nach und nach eine bunte Schar von Mitstreitern sammelt, die den Film durch ihre Eigenheiten bereichern und denen der Film genug Raum gibt, dass jeder einzelne auch als Individuum zur Geltung kommt. Zusammen bilden sie schließlich eine eingeschworene Gruppe, die für ihren Auftritt kämpft." (kino-zeit)

Seit der Islamischen Revolution von 1979 ist es Frauen im Iran verboten, öffentlich Solo zu singen – zumindest vor einem männlichen Publikum. Die junge Komponistin Sara Najafi widersetzt sich der Zensur und den Tabus und ist fest entschlossen, in ihrer Heimatstadt Teheran ein offizielles Konzert für weibliche Solosängerinnen zu organisieren.

Um sich Unterstützung für diese große Herausforderung zu holen, laden Sara und die iranischen Sängerinnen Parvin Namazi und Sayeh Sodeyfi drei Sängerinnen aus Paris ein: Elise Caron, Jeanne Cherhal und Emel Mathlouthi. Sie sollen vor Ort an dem Musikprojekt mitarbeiten und dadurch eine musikalische Verbindung zwischen Frankreich und dem Iran wiederbeleben.

Trailer



©Arsenal Filmverleih

Samstag, 1. Mai - 22.30 Uhr

HEART OF A DOG

USA, 2015, 75 min, Regie: Laurie Anderson

"Eine unnachahmliche Meditation über Liebe und Erinnerung." (Variety)

"Ein virtuos gestaltetes Filmessay." (Monopol Magazin)

"Hallo, du kleiner Dummkopf - ich werde dich für immer lieben." So beginnt HEART OF A DOG, Laurie Andersons filmische Reise zu Liebe, Tod und Sprache.

Laurie Anderson, weltberühmte multimediale Künstlerin, reflektiert in ihrem zweiten Film, einem sehr persönlichen Essay, über den Tod ihres Ehemannes Lou Reed, ihrer Mutter, ihres heißgeliebten Hundes und verwebt Kindheitserinnerungen, Videotagebücher und philosophisches Nachdenken über Datensammlungen, Überwachungskultur und die buddhistische Konzeption des Leben nach dem Tode und sie zollt zahlreichen Künstler, Autoren, Musikern und Philosophen, die sie zutiefst berührt und inspiriert haben, Tribut.

"Man muss die Traurigkeit fühlen, ohne selbst traurig zu sein“, sagt Laurie Anderson, frei nach ihrem Meditationslehrer Mingyur Rinpoche.

2011 erlitt die Künstlerin, deren Karriere Musik, Malerei, Schreiben, Performance umfasst, zahlreiche Verluste. Ihr Mann, der legendäre Musiker Lou Reed, ihre Mutter und ihr über alles geliebter Foxterrier Lolabelle starben kurz hintereinander. Laurie Anderson benutzt in diesem zutiefst persönlichen Film ihre enge Beziehung zu Lolabelle, um ihre Reflektionen über die unterschiedlichsten Themen wie Familienerinnerungen, Überwachung und buddhistische Lehren mit ihrer eigenen melodischen Voice-Over-Erzählungen, unterlegt mit eigenen Violinkompositionen, darzustellen - über einem Teppich von Bildern (einschließlich ihrer eigenen Animationen, 8mm Homemovie Material und vielen liebenswert fotografierten Hunde).

Anderson kreiert eine hypnotische, Collagen-artige visuelle Sprache aus Rohmaterialien ihres Lebens und ihrer Kunst, untersucht, wie Geschichten aufgebaut.

Trailer



©Basisfilm

Sonntag, 2. Mai - 16 Uhr

ELFRIEDE UND ELFRIEDE.

Dokumentation der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen der Dichterin Elfriede Jelinek und der Lyrikern Elfriede Gerstl.

A, 2004, 93 min, Regie: Hanna Laura Klar

Elfriede Jelinek, die Literaturnobelpreisträgerin 2004, und Elfriede Gerstl, die Lyrikerin, leben und arbeiten in Wien und sind seit 30 Jahren befreundet.

Zwei Freundinnen, zwei Wienerinnen, zwei Dichterinnen, zwei ungewöhnliche Frauen. Sie kennen sich schon ewig. Elfriede Jelinek ist die bekanntere der beiden, die große Autorin mit ihrem analytischen Verstand und ihrem gesellschaftlichen Engagement gegen das ganze „Politikergesocks". Die inzwischen verstorbene Lyrikerin Elfriede Gerstl bleibt da eher zart mit ihrer Lyrik, wiewohl ihre Gedichte eine gewisse Schärfe nicht vermissen lassen, wenn auch eher in Ironie gepackt.

Wenn die beiden Elfrieden in ihrem Wiener Kaffeehaus sitzen und den kleinen Braunen trinken, sprechen sie meist über Kleider, sie sprechen von der Mode, die Elfriede Gerstl gerade mal wieder gesammelt hat. Kleider aus den 30er bis 70er  Jahren, auch Taschen, Knöpfe, Bänder, die sie über die Jahre in ihren kleinen Laden beim Naschmarkt geschleppt hat. Elfriede Jelinek ist nicht nur die beste Freundin, sie ist auch die beste und liebste Kundin.

All das sehen wir, und alles andere werden wir herauskriegen bei dieser ungewöhnlichen Begegnung vor der Kamera von Hanna Laura Klar, die schon Einar Schleef zu unvergesslich vertrauten Parkbank-Gesprächen nachts in New York verleitet hat.

"Ich hab das bekommen," sagt Regisseurin Klar stolz, "worauf andere Journalisten vergeblich warten." 

Ankündigung im ORF, 2003



©Arsenal Filmverleih

Sonntag, 2. Mai - 18 Uhr

JANIS JOPLIN - LITTLE GIRL BLUE

USA, 2015, 107 min, Regie: Amy J. Berg

Janis Joplin ist eine der am meisten verehrten Kult-Rock'n'Roll-Sängerinnen aller Zeiten, eine tragische und missverstandene Gestalt, die Millionen Zuhörer begeisterte und vor ihrem Tod 1970 mit 27 Jahren ganz neue kreative Wege fand. Mit Janis: Little Girl Blue erforscht die Oscarnominierte Regisseurin Amy Berg (Deliver Us from Evil, West of Memphis) Janis' Geschichte zum ersten Mal filmisch all ihren Höhen und Tiefen und zeigt ein intimes und aufschlussreiches Porträt einer komplizierten und getriebenen Künstlerin.

Mit Riesenhits wie “Me and Bobby McGee” und “Piece of My Heart” und zu den Rockklassikern gehörenden Platten wie Cheap Thrills und Pearl war Janis (mittlerweile in der Rock and Roll Hall of Fame) definitiv ein Star der aufkommenden musikalischen und kulturellen Revolution der 1960er. Ihr Auftritt beim Monterey Pop Festival war ihr Durchbruch, und sie war einer der denkwürdigeren Acts bei Woodstock. Ihr musikalisches Erbe hat sich seit ihrem Tod vermehrt. Sie wird ganz oben auf der Rolling-Stone-Liste geführt, sowohl als Beste Sängerin als auch als Beste Künstlerin aller Zeiten und wie von fast allen weiblichen Rockstarts als großes Vorbild genannt (auch von vielen männlichen Sängern).

Doch, wie Janis: Little Girl Blue enthüllt, erholte sich Joplin niemals ganz von dem Gefühl der Außenseiterin, das sie während ihrer Jugend in Port Arthur, Texas, verspürte- bei all ihr Draufgängertum auf der Bühne mit ihrer hemmungslose, sexualisierte Rolle, war sie ihr Leben lang von Unsicherheit und dem Bedürfnis, akzeptiert zu werden, verfolgt. Als sie den Blues entdeckte, fand sie ein Ventil für ihren Schmerz und ihre Einsamkeit. Letztendlich ist Janis Joplin ein Paradox, eine Pionierin für eine neue weibliche Form der Performance, die niemals aufhörte, Liebe und Sicherheit zu suchen, immer zu ihren Bedingungen.

Joplin war wie ein Kraftwerk, wenn sie sang und ihre Aufnahmen fanden ins Radio und direkt in die Herzen der Rockfans weltweit. Bergs Janis: Little Girl Blue schaftt ein neues Verständnis dieser klugen, komplexen Frau, deren überraschender Erfolg und plötzlicher Abgang die Musik für immer veränderte.

Trailer


Sonntag, 2. Mai - 20.30 Uhr

BETTIE DAVIS - THEY SAY I'M DIFFERENT

F 2018, 54 min, Regie: Phil Cox

Die Amerikanerin Betty Davis wird seit Jahren als visionäre Funk- und Soulpionierin gefeiert. Sie revolutionierte das Frauenbild der 70er Jahre, heiratete Miles Davis und schrieb Songs für die größten Bands ihrer Zeit. Ihre ersten drei Platten wurden Kult, dann blieb der kommerzielle Erfolg aus. In den 80er Jahren verschwand sie plötzlich von der Bildfläche ... 

Funk Queen Betty Davis changed the landscape for female artists in America. She “was the first…” as former husband Miles Davis said. “Madonna before Madonna, Prince before Prince”. An aspiring songwriter from a small steel town, Betty arrived on the '70s scene to break boundaries for women with her daring personality, iconic fashion and outrageous funk music. She befriended Jimi Hendrix and Sly Stone, wrote songs for the Chambers Brothers and the Commodores, and married Miles – startlingly turning him from jazz to funk on the album she named “Bitches Brew”. She then, despite being banned and boycotted, went on to become the first black woman to perform, write and manage herself. Betty was a feminist pioneer, inspiring and intimidating in a manner like no woman before. Then suddenly - she just vanished. 

Betty Mabry Davis is a global icon whose mysterious life story has until now, never been told. Creatively blending documentary, animation and nonfiction techniques, this movie traces the path of Betty’s life, after years of trying, the elusive Betty, forever the free-spirited Black Power Goddess, finally allowed the filmmakers to creatively tell her story based on their conversations.

“Astonishing and tantalising ... an uncompromising genius ahead of her time." (The Wire)

“Gritty funk, progressive sexual politics and eye-popping imagery of a criminally under-valued talent from the ‘70s.” (Billboard)

“Betty was a free spirit ... talented as a motherfucker.” (Miles Davis)

Trailer