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___Festival 2018___________Europe_Inside_/_Outside___________Wien 24_10 | München 26-28_10


Freitag, 16 Uhr
Georgien: Bela Chekurishvili, Eka Kevanishvili.

Im Mai 1918, hat Georgien erstmals seine Unabhängig erklärt und Anschluss an Europa gesucht. Drei Jahre später beendete der Einmarsch der Roten Armee den Traum von der eigenen Republik. Georgien ist seit dem 5. Jahrhundert christlich, die kaukasische Sprache hat ein eigenes Alphabet, das 2016 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. "Made by Characters“ lautet das Motto Georgiens als Gastland der Frankfurter Buchmesse, für das Land ein wichtiger Schritt zurück in Richtung Europa.

In Georgien spielt die Lyrik eine ungleich wichtigere Rolle als in Deutschland. Z.B. sind die Dichter der avantgardistischen Künstlerbewegung "Blaue Hörner" der 1930er Jahre gerade bei der jüngeren Generation noch populär. Die meisten von ihnen wurden in der Stalinzeit erschossen. Das Land steht zwischen einer konservativen und russlandfreundlichen orthodoxen Kirche, einem tendenziell repressiven Staatsapparat, der durch die russische Besetzung eines Teils seines Territoriums unter besonderem Druck steht, und einer prowestlichen Jugend. In Tiflis gibt es eine hippe Techno-Clubszene, aber in Stalins Geburtsstadt Gori steht sein Museum unverändert seit 1957. Die DichterInnen der postsowjetischen Ära der 80er und 90er Jahre zeichneten die Veränderungen dieser Zeit in ihre Dichtung ein, indem sie mit der ideologischen Bevormundung und ebenso mit der reichen Formtradition der georgischen Dichtung brachen. So erschließen sie der georgischen Lyrik formal und inhaltlich neue Bereiche.

Wir freuen uns, zwei der wichtigsten aktuellen literarischen Stimmen Georgiens vorstellen zu dürfen.

Bela Chekurishvili, *1974 in Gurjaani, Georgien, studierte georgische Sprache und Literatur an der Universität Tbilisi. Sie arbeitet als Kulturjournalistin und ist Doktorandin für Komparatistik an der Universität Tbilisi, zur Zeit studiert sie an der Universität Bonn. Letzte Veröffentlichungen: Detektor der Nacktheit, Intelekti Tbilisi 2017; Wir, die Apfelbäume, Wunderhorn 2016; Barfuß, ebd. 2018. ⇒ poetry

Eka Kevanishvili, *1979 Tbilisi, Georgia, journalist and poet. Since 2008, she works at the Tbilisi office of Radio Free Europe/Radio Liberty. Eka worked as an investigative journalist in different Georgian newspapers. She was the author and anchor of the radio program Green Wave. Recent publications: Don’t stand here, 2010; To sell a house, 2013, and Evacuation Plan, 2016. Recipient of the „Saba“ prize in poetry, nomination of The best book of the year. Her poems are translated into English, Lithuanian, Russian, Ukrainian, Czech, Polish and German.
She is a feminist poet writing mostly on social, political, gender issues, minorities, women power, conflicts and wars etc. ⇒ poetry

In Kooperation mit dem Georgian National Book Center.


Bela Chekurishvili. Foto Nata Sopromadze

Eka Kevanishvili